Wie erkenne ich eine myofunktionelle Störung?
Myofunktionelle Störungen entstehen nicht plötzlich. Sie entwickeln sich schleichend über viele Jahre. Der Körper passt sich Schritt für Schritt an und bewertet diesen Zustand irgendwann als normal und ist oft lange Zeit in der Lage zu kompensieren. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen. Dazu zählen frühe Mundatmung durch häufige Infekte, weiche Kost, Schnuller oder Flasche, ein zu kurzes Zungenband, wenig körperlicher Ausgleich oder anhaltender Stress.
Der Körper sucht einen Weg, der kurzfristig funktioniert. Langfristig kann genau dieser Anpassungsmechanismus jedoch zu Problemen führen. Die Zunge liegt zu tief, der Mund bleibt häufiger offen, der Biss entwickelt sich ungünstig und die Nasenatmung wird seltener genutzt. Was zunächst klein erscheint, hat große Auswirkungen. Wer nicht durch die Nase atmet, nutzt Sauerstoff weniger effizient. Ein falsches Schluckmuster verändert die Kraftverteilung im Mundraum. Wird die Zunge nicht als innerer Anker genutzt, fehlt ein zentraler Baustein für eine gesunde Atemmechanik und eine stabile Körperhaltung.